FAQ

Das hören wir immer wieder von unseren Patienten...

„Ich glaube, ich atme falsch.“

Der Atem folgt der äußeren Form, d.h. ist der Körper verspannt und eng, ist die Atmung flach, kurz und beklemmt. Wie sollte er denn auch anders, wenn nicht genug Platz da ist…? Die Atmung reagiert ganz fein auf alles, was mit uns passiert: ob wir uns freuen (da lacht das Zwerchfell mit), Traurig sind und weinen (auch beim Schluchzen bewegt sich das Zwerchfell, also ruhig mal die Tränen fließen lassen), Angst oder Druck verspüren („Angst“ kommt von „Enge“…)… Das heißt: kommt der Körper ins Gleichgewicht, reguliert sich seine (Körper-)Spannung, wird sich auf wundersame Weise auch seine Atmung regulieren. Das nennen wir dann „Costo-Abdominal-Atmung“ und fühlt sich sehr angenehm und „richtig“ an.


„Das klang viel lauter und war gar nicht anstrengend!“

Ja, das geht! Weil zuviel Anstrengung einen Überdruck erzeugt und den Hals eng macht. Stattdessen verlagern wir den Druck lieber in die Körpermitte – Sänger sprechen von der „Stütze“ – dann können die Stimmlippen freier schwingen und: die Stimme klingt lauter!


„Ich kann nicht singen.“

Oh, das höre ich so oft! Schade!! Denn eigentlich kann wirklich jeder singen, der einen intakten Kehlkopf hat… Doch natürlich fällt es umso leichter, je früher es gelernt wurde, am besten von Kindesbeinen an. Denn Übung braucht es schon, schließlich hat Stimmerzeugung sehr viel mit Muskeln zu tun und die bewegen sich einfach gern.


„Ich glaub, ich geh zur Oper!“

Auch immer wieder gern ausgerufen, v.a. in Kombination mit o.g. Satz… Wenn ein Mensch, der sich bisher für stimmlich unbegabt gehalten hat, plötzlich doch sehr angenehme und sogar schöne (!) Töne hervorbringt, lässt sich manch einer zu diesem Ausruf hinreißen… Ich finde das sehr erfreulich – der Funke ist übergesprungen!


„Das fühlt sich aber angenehm an.“

Na, zum Glück! Sich mit der eigenen Stimme und Atmung zu beschäftigen, heißt ganz oft: locker lassen und sich wohlfühlen…! Schöne Töne kommen meist aus einem wohlgestimmten, will sagen sich-wohlfühlenden Körper. Es darf sich also angenehm anfühlen. Was nicht heißt, dass es ab und zu nicht auch sinnvoll ist, vertrautes Terrain zu verlassen, um „neue“ Töne erklingen zu lassen, und das kann sich mitunter „komisch“, ungewohnt, schräg usw. anhören…


„Ich bin stimmlich total unbegabt.“

M.E. wird Begabung in diesem Bereich überschätzt – viele Menschen sind es einfach nicht gewohnt, ihre Stimme auf vielfältige Weise zu gebrauchen – und was man nicht tut, kann man auch nicht, jedenfalls nicht so gut und nicht auf Anhieb. Es läuft ja auch niemand nach drei Wochen Bettruhe einen Marathon… Zur Stimmgebung gehören in erster Linie viel Muskeln und deren feines Zusammenspiel, und diese wollen benutzt werden – am liebsten auf vielfältige Weise, und nicht nur immer auf dieselbe, gewohnte, womöglich eintönige Weise… Also bleibts doch dabei: Übung macht den Meister – oder, wie eine liebe Patientin von mir vor Jahren ganz trocken meinte: „Üben hilft.“ – Stimmt.

Und: haben Sie Mut, auch mal hässliche Töne von sich zu geben!! Probieren Sie viel aus, alles aus, was stimmlich geht! Gurren, schnurren, kreischen, piepsen, dröhnen, auch mal brüllen, krächzen… Gerade in den vermeintlich „hässlichen“ Tönen liegt viel Potential!

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So oft schluckt ein
Mensch pro Tag
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So viele Muskeln sind
am Schlucken beteiligt
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So oft atmet
ein Erwachsener
pro Minute
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So oft atmet
eine Schildkröte
pro Minute
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So oft lacht ein Kind
pro Tag
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So oft lacht ein
Erwachsener
pro Tag